Delegationsreise nach Sibirien

Vom 25.-30. September 2019 konnte ich als Mitglied der Deutsch-Russischen Parlamentariergruppe (mit 70 Mitgliedern die größte Parlamentariergruppe des Bundestages) unter Vorsitz von Dr. Robby Schlund MdB an einer Delegationsreise auf die sibirische Halbinsel Jamal (Russische Föderation) teilnehmen. Teilnehmer der Reise waren 5 Mitglieder der AfD, die anderen eingeladenen Fraktionen hatten die Teilnahme leider abgesagt.

Bei der Anreise wurden wir in Moskau vom neuen deutschen Botschafter, S.E. Geza von Geyr, in der Deutschen Botschaft empfangen und führten eine informative Besprechung.

Die etwa 117.000 km² große Jamal-Halbinsel liegt nordöstlich des Uralgebirges und ragt über den Polarkreis hinaus. Auf ihr leben mehr als 500.000 Menschen. Die ansässigen Vertreter der „nicht zahlreichen Völker des Nordens“ setzen sich aus 3 Bevölkerungsgruppen zusammen: den Nenzen, den Chanten und den Selkupen. Die Nenzen stellen mit rund 41.000 Mitgliedern (72%) die Mehrheit, darauf folgen die Chanten mit 23% und die Selkupen mit 5%. Alle Völker genießen in einem eigenen autonomen Bezirk kulturelle und sprachliche Autonomie.

Die dünn besiedelte Jamal-Halbinsel stellt den nordwestlichen Ausläufer des großen Westsibirischen Tieflands dar. Außerdem ist die Halbinsel, deren Landschaftsbild von eiszeitlichen Gletschern abgehobelt wurde und von der Tundra beherrscht wird, der nordwestlichste Teil Asiens. Jamal beherbergt einige der weltgrößten Erdgas- und beträchtliche Erdölvorkommen. Diese werden u.a. durch den russischen Gaskonzern Gazprom gefördert und über Pipelines, wie der JAMAL-Europaleitung bis nach Mallnow (Brandenburg) geleitet.

Die Stadt Salechard mit 50.000 Einwohnern war das Ziel unserer Reise. Im weiteren Verlauf besichtigten wir hauptsächlich kulturelle Zentren der Nenzen. Besonderer Wert wird auf die Kindergarten- und Schulbesuche der ansässigen „nicht zahlreichen Völker des Nordens“ gelegt. Die Nomadenkinder werden neun Monate im Internat unterrichtet und kehren nur zur nomadischen Wanderzeit zu ihren Eltern zurück. Für nicht-russischsprachige Kinder gibt es eine „Nullgruppe“ von einem Jahr vor der Einschulung, die die Kinder intensiv auf Russisch unterrichtet, damit sie später dem Unterricht folgen können.

Außerdem standen höchstinformative Gespräche mit dem Gouverneur und der regionalen Selbstverwaltung der Nenzen auf dem Programm.

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